*wuff*
Noch ahne ich nicht, was auf mich zukommt. Ich finde komisch, dass meine Ziehmama mich so lange kuschelt und um mich herum viele Bilder gemacht werden. Was ist das für ein Aufhebens?? Ich werde langsam nervös. Die Judie nimmt mich auf den Arm, und sie war erstaunlich ruhig, was sich auch auf mich überträgt, wodurch ich etwas ruhiger werde. Aber es verwirrt mich trotzdem! Eine nervöse, geradezu traurige Ziehmama und eine ruhige nette weibliche Zweibeinige mit ihrem Süßen. Er nimmt mich auch auf den Schoß und tröstete mich. Ich werde wohl nie verstehen, wofür die vielen Fotos sind. Dann werde ich noch rumgetätschelt und gehätschelt. Ich verstehe nicht, was die ganze Aufregung soll.
Irgendwelche Papiere liegen auf dem Tisch herum. Stiften werden weitergereicht und irgendwas notiert. Schade, dass ich nicht lesen kann. Doch das Papier würde mir sicher gut schmecken. *mampf*
Dann bin ich auf einmal in einem großen Ding, Noch weiß ich nicht so recht, was mit mir passiert, ich werde noch nervöser und schnuppere herum. Dann wird was Geräuschvolles gemacht. Irgendwie brummt und stottert das Ding so. Ich muss euch sagen, das Geräusch ist neu und komisch. Da muss ich natürlich überall herum schnüffeln! Es ist da so unglaublich interessant und neu für mich. ABER!! Da fängt das Ding an zu rollen. Ich sehe mein trautes Heim immer mehr in die Ferne rücken. All die bekannten Dörfer fliegen vor meiner Nase vorbei! Sag mal! Was geschieht eigentlich mit mir??? Ich sehe auch noch Bäume und Felder vorbeiziehen, die Luft, die in das Ding reinkommt, riecht so vertraut. Der vertraute Duft wird immer weniger, ich schnuppere, dass ich wirklich in mir unbekannte Lüftchen und Umgebung gebracht werde. Das will ich gar nicht, wie können diese Zweibeiner nur auf so eine Idee kommen?? Ich will zurück zu meiner Mama!! Da fühle ich mich so wohl und so geborgen. Dann schnupper ich diese beiden Zweibeingern mal genauer. Wie können sie sich erlauben, mich von meiner geliebte Mama zu trennen! Pah, der männliche Zweibeiner nimmt mich unter der Lupe und erklärt mir, dass dieses große Ding ein Auto ist und wir nach Hamburg unterwegs sind. Moooooooment mal - wieso Hamburg??? Ist das nicht ein sehr langer Weg, von Belzig aus?? Hilfe - rettet mich jemand?? Ich will wieder zu meiner geliebten Mama!! *schnief*
Mir wird immer mulmiger im Magen, mit dem großen Auto kann ich nicht fahren!! Mir wird schwindlig!! Hey halt doch bitte mal an!! Mensch warum versteht dieser doofer Zweibeiniger mich nicht?? Soll er von mir aus doch zum Teufel scherren und die Judie auch mit dazu! Verdammt was machen die beiden denn da?? Da war eine ganz scharfe Kurve, können sie nicht an meinen Magen denken??? Um mich steht es nicht mehr so gut! Mir ist wirklich speiübel.
Endlich lassen sie mich raus und ich kann mich frei bewegen. Nix wie los!! Doch irgendwas hält mich immer wieder zurück, verdammt, ich will doch zu meiner Mama laufen, das zieht da so doof an meiner Brust! Die beiden Doofen halten mich echt fest. Ich kann nicht zu meiner Mutter laufen. Mir hilft auch keiner, niemand versteht was ich sage...
Hmmm, eigentlich wirken die beiden nicht so schlecht. Sie trösten und reden gut auf mich ein. Vielleicht gebe ich den beiden mal eine Chance? Oh nein: sie setzen mich wieder in das doofe große Ding! Ich will da gar nicht rein!! *winsel* Mich besänftigen die beiden ein wenig. Ich beruhige mich wieder und versuche zu schlafen, doch jede kleinste Bewegung macht mich wach. Schließlich fallle ich in einem tiefen Schlaf. Ich war sehr müde. In Rathenow will ich wieder raus, und auch wieder nicht weiter fahren!
Bin so stolz auf mich, dass ich mich wehren könnte. Wisst ihr was? Wäre ich nicht angeleint, würde ich mich gut auf die Socken machen!
Diesmal werde ich wieder ins Auto gesetzt *seufz*. Leider ja leider gewinnt die Müdigkeit langsam die Oberhand. Ich schlafe halb ein, bei jedem kleinsten merkwürdigen Geräusch werde ich jedoch wieder hellhörig. Zeitgefühl habe ich im Moment gar keins! Ich kann gar nicht erahnen, wieviel Minuten oder Stunden schon vorbeigingen.
Wieder wird eine Rast gemacht. Netterweise spielt Judie mit mir ein wenig, und ich kann mich auf einer Wiese lösen. Es wird ein bisschen das "Komm"-Spiel gemacht. Ich kann das jedoch erst im nachhinein bezeichnen.
Wieder werde ich ins Auto gesetzt, ganz langsam. Ich kann nicht anders und schlafe gleich ein, so müde ich bin von der ganzen Aufregung und der Trennung. *gähn*schlummer*
Gerade öffne ich langsam meine Augen, weil meine Blase sich wieder meldet, aber dann werde ich auf einmal schlagartig hellwach! Wo bin ich gerade? Man versucht, mich die ganze Zeit zu beruhigen, das hilft mir nicht wirklich viel weiter. Ich traue meine Ohren auch kaum! So viel Lärm habe ich in meinem bisherigen Leben nicht gehört. Große und kleine Dingens, so wie das womit die beiden mich transportieren tun, außerdem auch sehr riesengrosse! Achso Lastwagen sind das, hmmm, sehen komisch aus diese Dinger mit einem Anhänger hintendran. Endlich wurde angehalten und ich darf wieder raus *freu*. Was machen die nur mit mir? Ok, mittlerweile habe ich die beiden teilweise akzeptiert. Was bleibt mir anders übrig, ich kenne in dieser Umgebung niemand anders als diese beiden!!
Während sie mich wieder ins Auto setzen, wehre ich mich nicht mehr, schließlich ist mir bisher nichts passiert und ich sollte den beiden mal langsam ein wenig Vertrauen schenken. Was ich auch mit der Zeit vorhabe. Mit dieser wohltuenden Absicht schlafe ich ganz friedlich ein.
Irgendwann später wache ich auf und sehe viele riesige Häuser an mir vorbeiflitzen. Es wird langsam immer mehr unwegsamer. Judie erzählt mir, dass ich später oft an dieser Strasse vorbeilaufen würde. Oh, was ja weiter heißt, dass ich bald ankommen würde. Ich bin ehrlich gesagt ganz gespannt auf das neue Zuhause, wie das wohl aussehen mag, ob da noch weitere Hunde oder Zweibeiner wohnen? Ob das ein großes Haus oder ein kleines Haus ist... Fragen über Fragen, leider versteht mich niemand, also muss ich warten, bis wir angekommen sind und ich das Haus erkunden kann.
Kaum sind wir angekommen, flitze ich los durch die Gegend. Die Judie steigt aus, beobachtet mich und trägt mich dann in das Haus. Ich schnuppere herum. Es gibt Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche mit einem Flur. Die Bibliothek/das Gästezimmer ist für mich leider nicht erlaubt. Dann bekomme ich mein Futter, endlich, während der ganzen Fahrt und kurz davor hatte ich nichts gegessen, habe so einen Kohldampf, dann werde ich rausgebracht und wieder reingebracht. Schnell finde ich einen ruhigen Schlaf...